Im Dilemma

Das Dilemma. Kürzlich hatte ich wieder einmal eine Begegnung mit ihm. Ich überlegte hin und her, wog Pro und Contra ab und kam doch zu keiner Entscheidung, die sich richtig anfühlte. Körperlich zeigte sich dieser Prozess, als wäre ich immerzu beschäftigt und könnte zu keiner Ruhe finden; eine leichte Spannung und ein tendenzielles Halten im Körper. Und egal zu welcher Entscheidung ich tendierte, immer wieder tauchte ein „Aber!“ im Kopf auf (Es ist unglaublich, wie hartnäckig eine*r auf den „Abers“ beharren kann – meine Praktikerin hatte fast eine Stunde nur damit zu arbeiten).

Im Dilemma will sich keine befriedigende Überzeugung einstellen. Bestenfalls fühlt sich eine Entscheidung wie ein Kompromiss an. Das scheint aber schon das Höchste der Gefühle zu sein und viele kennen diese Art der Kompromisse, die sich so dermaßen unbefriedigend anfühlen, dass eine*r das Thema dann trotz getroffener Entscheidung immer noch mit sich herumträgt. Eine never ending story quasi.

Was löst das Dilemma? Also sicher nicht das Hin- und Her-Wuchten der immer gleichen Überlegungen. Das hat ja wohl noch nie eine zutiefst befriedigende Lösung gebracht. Das Dilemma lässt sich lösen, wenn eine*r sich traut zu spüren, was er*sie will. Ohne auf irgendjemand oder irgendetwas Rücksicht zu nehmen. Ohne Filter.
Im realen Leben heißt das noch lange nicht, dass wir dann über alles und jede*n drüberfahren. Aber dem Körper mal eine Auszeit von dieser Dauerschleife zu bescheren, bringt sehr viel Klarheit: Was will ich, was sind meine Prioritäten, was ist unter den gegebenen Umständen möglich und was geht gar nicht. Klarheit – im Körper und im Verstand – passiert ohne Anstrengung. Simple. Ohne großes Tamtam.

In Sitzungen nach der Grinberg-Methode üben wir Körperaufmerksamkeit. Ein Dilemma vom Verstand in den Körper zu bringen, ist eine Möglichkeit, das Thema auf einer anderen Ebene zu verarbeiten und Prioritäten und mögliche Handlungsoptionen in einer klaren und unaufgeregten Art und Weise zu erfahren. Für das Hirn fühlt sich das ein bisschen an wie Urlaub.

 

Wie viele Raben sitzen auf dem Kopf?

Körperaufmerksamkeit spielend leicht

Als Erwachsene bemerken wir manchmal, dass uns so simple Dinge wie unsere Körper im schmerzfreien Zustand wahrnehmen oder „auf den Körper hören“ abhandengekommen sind. Stattdessen „glauben“ oder „denken“ wir, etwas so oder so zu empfinden, strengen uns unheimlich an, um hinzuspüren und es ganz genau zu ergründen, finden dann nicht das passende Wort und alles ist furchtbar kompliziert oder sehr ermüdend oder beides.

Als Kind hatten wir ein Spiel, das wir „Wie viele Raben sitzen auf dem Kopf?“ nannten. Dabei ging es darum zu erraten, wie viele Finger meine Freundin auf meinem Kopf platziert hatte. Lag ich falsch, durfte ich noch mal hinspüren und ein weiteres Mal raten. Wenn ich richtig geraten hatte, flogen die Raben entweder weg (= meine Freundin wirbelte meine Haare nach oben) oder sie bauten sich ein Nest (= meine Freundin verpasste mir eine ordentliche Kopfmassage).

Dieses Spiel beinhaltet einiges von dem, was für viele im Laufe des Lebens mehr und mehr abstumpft oder überhaupt verloren geht: Aufregung und Neugierde, Spaß und spielerische Leichtigkeit, Wachsamkeit und die Erfahrung, wie der eigene Körper auf verschiedene Arten von Berührung reagiert.

Durch das Trainieren meiner Körperaufmerksamkeit kann ich lernen, anders mit Stress, Druck, Aufregung, Angst oder Schmerz umzugehen. Körperaufmerksamkeit heißt darüber hinaus, den Körper auch dann zu spüren, wenn er nicht schmerzt, und damit all die Momente wahrzunehmen, in denen ich mich in meinem Körper wohlfühle. Das ist nicht zuletzt ein guter Hinweis auf das, was mir im Leben guttut und daher ausbaufähig ist!

Wenn ihr jetzt Lust zum Ausprobieren bekommen, aber grad niemandem zum Spielen habt,
findet ihr unter diesem Link eine Übung, die ihr auch alleine machen könnt.

 

Bring your pain & let your body work

Mit körperlichem Schmerz umgehen

Im Zuge der Ausbildung biete ich immer wieder auch Sitzungen an, die sich ausschließlich körperlichen Schmerzen widmen. In vier dicht aufeinanderfolgenden Sitzungen (zu je 60 Min.) arbeite ich spezifisch an dem Schmerz, mit dem die Person kommt. Das kann chronischer Kopfschmerz, Nacken-, Knie-, Rückenschmerz etc. sein. Bei Interesse, bitte ich um Rückfrage, ob gerade Plätze frei sind.

Nähere Infos und Bedingungen:
* Teilnahme an vier Sitzungen innerhalb von ca. 14 Tagen
* Preis für alle vier Sitzungen: EUR 60.-

Terminvereinbarung unter:
mail@tomkewieser.net (mit Angabe der Telefonnummer) oder +43 (0)680 1259215

Stille-Wochen

Sechs Sitzungen zum Stillwerden

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Es wird kälter und früher dunkler. Gerne wird diese Zeit mit Rückzug, zur Ruhe kommen und still werden verbunden.

Tatsächlich ist es für viele von uns die stressigste Zeit im Jahr: Die Wohnung sollte winterdicht und der Jahresabschluss gemacht, sämtliche Weihnachstfeiern und Get-Togethers besucht und Geschenke besorgt werden. Von Stille und Ruhe ist weit und breit nichts zu spüren, eher versucht eine_r dem Einkaufswahnsinn möglichst lange aus dem Weg zu gehen.

„Nächstes Jahr passiert mir das nicht mehr!“ So klingt bei der einen oder dem anderen der gute Vorsatz nach den Feiertagen!

Mit den Stille-Wochen räumen wir dem Zur-Ruhe-Kommen ganz bewusst Platz im (vorweihnachtlichen) Alltag ein. In sechs Einheiten nehmen wir uns Zeit und schauen uns gemeinsam an, wie sich Stress und Hektik bei dir äußern, wie du darauf reagierst und wie du trotzdem still werden kannst in dieser Zeit.
Nähere Informationen finden sich hier: Stille-Wochen

Anmeldung unter +43 (0)680 1259215 oder mail@tomkewieser.net